Behandlung von COPD: Überblick über die gängige Therapie

Die ganzheitliche Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zielt darauf ab, nicht nur die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern, sondern auch das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern und akute Verschlechterungen (Exazerbationen) zu vermeiden. Dieser umfassende Ansatz hilft Menschen mit COPD, ihre Lungenfunktion bestmöglich zu erhalten, Begleiterkrankungen zu vermeiden und ihre körperliche Aktivität zu steigern.
Diagnostik: So können Sie die COPD erkennen
Die Früherkennung von COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease) ist entscheidend, um das Voranschreiten der Erkrankung der Lunge zu verlangsamen. Häufige Symptome wie anhaltender Husten, vermehrter Auswurf und Atemnot sollten nicht ignoriert werden. Diese Beschwerden treten häufig im Rahmen einer chronischen Bronchitis auf – einer dauerhaften Entzündung der Bronchien, die zu einer Verengung der Atemwege führt. Die Diagnose erfolgt durch eine Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie), bei der der Grad der Verengung der Atemwege gemessen wird. Zusätzlich können bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Computertomographie eingesetzt werden, um eine andere Lungenkrankheit wie Asthma auszuschließen. Ein ausführliches ärztliches Gespräch und Blutgasanalysen geben weitere Hinweise auf den Sauerstoffgehalt im Blut und den Schweregrad der Erkrankung.

Mit dem Rauchen aufhören: Der Schlüssel zur Behandlung von COPD
Ein wichtiger Schritt in der COPD-Therapie ist der vollständige Rauchstopp. Obwohl dies eine große Herausforderung darstellen kann, helfen vielfältige Angebote wie individuelle Beratung und medikamentöse Unterstützung sowie Kombinationen aus Entwöhnungsprogrammen und Nikotinersatztherapie den Betroffenen auf dem Weg.
Mit ganzheitlichen Maßnahmen behandeln
Bei der Behandlung und Rehabilitation der COPD spielen ganzheitliche Maßnahmen eine wichtige Rolle. Sport und Physiotherapie tragen dazu bei, die Atemmuskulatur zu stärken und die Lungenfunktion zu verbessern. Gezielte Atemtechniken, angepasste Inhalationstherapien und Ernährungsberatung helfen, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Disease-Management-Programme (DMP), die von den gesetzlichen Krankenkassen angeboten werden, gewährleisten eine umfassende und strukturierte Unterstützung, um Krankheitsschübe zu vermeiden und den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.

Medikamentöse Therapie der Symptome
Auch Medikamente können eine wichtige Rolle bei der COPD-Therapie spielen. Verschiedene Präparate, darunter inhalative Bronchodilatatoren, Phosphodiesterase-4-Inhibitoren und kortisonhaltige Medikamente, zielen darauf ab, die Symptome, Entzündungen im Lungengewebe und Beschwerden zu lindern. In fortgeschrittenen Fällen können zusätzlich Antibiotika oder eine Therapie mit Sauerstoff erforderlich sein.
Sauerstofftherapie als ergänzende Behandlung
Ist die Sauerstoffsättigung im Blut dauerhaft zu niedrig, kann eine Sauerstofftherapie helfen, den Sauerstoffgehalt zu stabilisieren und Symptome wie Atemnot und Müdigkeit zu lindern. Die kontinuierliche Sauerstoffzufuhr verbessert nicht nur die körperliche Belastbarkeit, sondern schützt auch das Herz-Kreislauf-System vor weiteren Schäden.

Chirurgische Verfahren können bei schwerer COPD helfen
Bei schwerer COPD können chirurgische Eingriffe wie eine Lungenvolumenreduktion oder die Entfernung von Luftbläschen (Bullektomie) in Erwägung gezogen werden, um die Atmung zu erleichtern. Diese Verfahren sind insbesondere bei Patienten mit einem fortgeschrittenen Lungenemphysem sinnvoll, da sie die überblähte Lunge entlasten und die Sauerstoffaufnahme verbessern. Für ausgewählte Patienten kommt unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Lungentransplantation in Frage.
COPD vorbeugen und Risikofaktoren vermeiden
Obwohl COPD nicht heilbar ist, gibt es Möglichkeiten, das Erkrankungsrisiko der Lunge zu minimieren. Neben dem Rauchstopp sind der Schutz vor Luftverschmutzung, die Vermeidung von Schadstoffen am Arbeitsplatz und regelmäßige Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken wichtige vorbeugende Maßnahmen. Auch eine gesunde Ernährung, häufige körperliche Aktivität und die rechtzeitige Behandlung von Infektionen der Atemwege tragen dazu bei, das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern oder zu verlangsamen.
Leben mit COPD: So können Sie die Lebensqualität verbessern
Ein aktiver Lebensstil mit angepasster Bewegung und Atemübungen hilft den Betroffenen, die Funktion ihrer Lunge zu optimieren und ihre körperliche Belastbarkeit zu steigern. Unterstützende Maßnahmen wie der Einsatz von Atemtrainern zur Kräftigung der Atemmuskulatur, die richtige Anwendung von Inhalationstechniken und die Teilnahme an Lungensportgruppen können helfen, die Symptome besser in den Griff zu bekommen. Auch eine angepasste Wohnraumgestaltung, z.B. mit Luftbefeuchtern oder Luftfiltern, kann die Atemluftqualität verbessern und Beschwerden lindern.
Mehr Mobilität trotz Erkrankung
Viele COPD-Patienten profitieren von tragbaren Sauerstoffgeräten, die ihnen trotz ihrer chronischen Atemwegserkrankung mehr Unabhängigkeit ermöglichen. Ob im Alltag oder auf Reisen – mobile Sauerstoffkonzentratoren bieten eine sichere und flexible Sauerstoffversorgung.
Quellen
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). (2022). Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Abgerufen von https://www.gesundheitsinformation.de/chronisch-obstruktive-lungenerkrankung-copd.html
Gabriel, A. (2018, May 8). Was tun bei COPD? PHYSIOZENTRUM. https://www.physiozentrum.ch/2018/05/was-tun-bei-copd/
COPD Deutschland e.V. (2024). COPD: Auch kleine Bewegungseinheiten können helfen. Abgerufen am 31. Mai 2024, von https://www.copd-deutschland.de/aktuelles/93-studien
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. (2021, November 12). Welt-COPD-Tag 2021: Rauchen ist die Hauptursache für COPD. https://www.bzga.de/presse/pressearchiv/pressemitteilungen-2021/2021-11-12-welt-copd-tag-2021-rauchen-ist-die-hauptursache-fuer-copd/