Symptome und Behandlung von COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) entwickelt sich schleichend und bleibt oft lange unbemerkt. Erste Symptome wie Husten oder leichte Atemnot werden häufig unterschätzt oder mit normalen Alterserscheinungen oder anderen Atemwegserkrankungen verwechselt. Eine frühzeitige Diagnose und eine gezielte Behandlung der COPD können den Verlauf der Krankheit verlangsamen und die Lebensqualität deutlich verbessern. Deshalb schauen wir uns die Symptome genauer an.
Definition und Ursachen von COPD
COPD (aus dem Englischen: chronic obstructive pulmonary disease) ist eine progressive Erkrankung der Atemwege, die durch eine chronische Entzündung der Bronchien und eine dauerhafte Verengung der Atemwege gekennzeichnet ist. In den meisten Fällen ist Rauchen die Hauptursache, aber auch genetische Faktoren, Luftverschmutzung und berufsbedingte Schadstoffbelastung spielen eine Rolle.
Diagnose der Erkrankung
Die Diagnose erfolgt durch eine Kombination aus Anamnese, körperlicher Untersuchung und speziellen Lungenfunktionstests wie der Spirometrie. Dabei wird die Lungenkapazität gemessen, um den Grad der Verengung der Atemwege zu bestimmen. Ergänzende Verfahren wie Röntgenaufnahmen oder Blutgasanalysen helfen, andere Erkrankungen der Lunge auszuschließen.

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD): Der Krankheitsverlauf
COPD verläuft in verschiedenen Stadien, von leichter Atemnot bei Belastung bis hin zu schwerer Luftnot in Ruhephasen. Die Krankheit ist nicht heilbar, aber eine konsequente Behandlung kann die Symptome lindern und das Fortschreiten verlangsamen.

Die typischen Symptome von COPD
COPD äußert sich durch drei Hauptsymptome, die einzeln oder in Kombination auftreten können:
1. Starker Husten
Häufig wird chronischer Husten als „Raucherhusten“ verharmlost. Besonders alarmierend ist es, wenn der Husten morgens verstärkt auftritt oder mit zähem Auswurf einhergeht, der sich nur schwer abhusten lässt.
2. Atemnot
Die Atemnot tritt zu Beginn der COPD Erkrankung meist nur bei körperlicher Belastung auf, kann aber im weiteren Verlauf auch in Ruhephasen anhalten. Begleitend können pfeifende oder rasselnde Atemgeräusche und Kurzatmigkeit auftreten.
3. Auswurf (Schleim)
Eine übermäßige Schleimbildung in den Bronchien erschwert die Atmung zusätzlich. Der Auswurf ist oft zäh und verfärbt, was auf Infektionen hinweisen kann.
4. Körperliche Folgeerscheinungen von COPD
Mit dem Fortschreiten der COPD können weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen auftreten. Eine schlechte Versorgung mit Sauerstoff kann sich durch bläuliche Lippen oder Fingernägel bemerkbar machen. Auch Muskelschwund und Herzprobleme sind häufige Begleiterscheinungen.

Anzeichen für Blue Bloater und Pink Puffer
Früher wurden COPD-Patienten nach ihren Hauptsymptomen in „Blue Bloater“ und „Pink Puffer“ eingeteilt. Diese Einteilung ist heute weniger relevant, da viele Betroffene Merkmale beider Gruppen aufweisen. Dennoch hilft sie, die unterschiedlichen Krankheitsverläufe besser zu verstehen.
Blue Bloater:
Der Blue Bloater-Typ ist vor allem durch chronischen Husten mit starkem Auswurf gekennzeichnet. Die anhaltende Entzündung und Schleimbildung in den Atemwegen führt zu einer schweren chronischen Bronchitis, die das Atmen erheblich erschwert.
- Husten mit viel Auswurf
- Oft übergewichtig
- Neigung zu Wassereinlagerungen
- Erhöhte CO₂-Werte im Blut
- Erhöhtes Risiko für Herzschwäche
Pink Puffer:
Der Pink Buffer-Typ leidet vor allem unter schwerer Atemnot (Dyspnoe) und einem progressivem Verlust der Lungenfunktion. Im Gegensatz zum Blue Bloater hat dieser Typ nur geringe Auswurfprobleme, entwickelt aber häufig ein Lungenemphysem, bei dem die Lungenbläschen zerstört werden und die Sauerstoffaufnahme zunehmend eingeschränkt ist.
- Starke Atemnot und Reizhusten
- Oft untergewichtig
- Schnelle, angestrengte Atmung
- Erhöhte Sauerstoffaufnahme, aber unzureichende CO₂-Abgabe
Was ist eine Exazerbation?
Eine Exazerbation ist eine akute Verschlechterung der COPD-Symptome. Sie kann durch Infektionen, Umweltfaktoren oder eine unzureichende Behandlung ausgelöst werden. Typische Beschwerden sind zunehmende Atemnot, verstärkter Husten und Auswurf. Exazerbationen der COPD können zu schwerwiegenden Komplikationen führen und sollten frühzeitig ärztlich behandelt werden.
Warum ist das frühe Erkennen von COPD so wichtig?
Die ersten Anzeichen werden oft übersehen oder unterschätzt. Durch eine frühzeitige Diagnose von COPD kann der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden. Durch die Vermeidung von Risikofaktoren wie Rauchen und die konsequente Einhaltung der Therapieempfehlungen kann die Lungenfunktion länger erhalten bleiben.

Behandlung von COPD
Die Behandlung der COPD richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung und den individuellen Symptomen. Die wichtigsten Behandlungsmaßnahmen sind:
- Rauchstopp: Die wichtigste Maßnahme für Raucher ist das Aufhören, um das Voranschreiten der COPD Erkrankung zu verlangsamen.
- Medikamente: Bronchienerweiternde Mittel, Kortisonpräparate und entzündungshemmende Wirkstoffe helfen, die Bronchitis einzudämmen und Atemwege offen zu halten.
- Atemtherapie: Spezielle Atemübungen verbessern die Sauerstoffaufnahme und verringern die Atemnot.
- Sauerstofftherapie: In fortgeschrittenen Stadien der COPD kann eine langfristige Sauerstoffzufuhr notwendig werden.
- Physiotherapie und Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität stärkt die Atemmuskulatur, fördert die Funktion der Lunge und verbessert die Belastbarkeit.
Zu Behandlungsmöglichkeiten beraten lassen
COPD ist eine schwere Erkrankung der Lunge, die frühzeitig erkannt und behandelt werden sollte. Da COPD nicht heilbar ist, ist es wichtig, Risikofaktoren zu vermeiden. Eine konsequente Therapie kann die Symptome lindern und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. Wer erste Anzeichen wie Husten, Atemnot oder häufige Infekte bemerkt, sollte frühzeitig einen Arzt aufsuchen, um eine geeignete Behandlung einzuleiten.
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Journalmed. (2021, 29. Juli). COPD: Sind Kategorien wie Pink Puffer und Blue Bloater noch aktuell? Abgerufen von https://www.journalmed.de/news/lesen/copd_kategorien_pink_puffer_blue_bloater_aktuell