Sauerstofftherapie zu Hause: Gesundheit und Lebensqualität verbessern

Die Sauerstofftherapie ist eine bewährte Methode zur Behandlung chronischer Atemwegserkrankungen. Sie verbessert die Sauerstoffversorgung des Körpers und damit die Lebensqualität der Betroffenen. Doch für wen ist sie geeignet, welche Vorteile hat sie und wie wird sie optimal eingesetzt?
Wer benötigt eine Langzeit-Sauerstofftherapie?
Eine Sauerstofftherapie wird in der Regel bei chronischen Lungenerkrankungen wie COPD, Lungenfibrose oder emphysematischer Bronchitis verordnet. Auch Patienten mit Herzinsuffizienz oder Schlafapnoe profitieren von der zusätzlichen Sauerstoffzufuhr. In einigen Fällen wird sie auch bei akuten Erkrankungen wie einer Lungenentzündung oder einem Asthmaanfall eingesetzt.
Ob eine Sauerstofftherapie notwendig ist, entscheidet der Arzt anhand einer Blutgasanalyse. Typische Symptome eines Sauerstoffmangels sind:
- Atemnot, besonders unter Belastung
- Müdigkeit und Konzentrationsstörungen
- Blaue Lippen oder Fingernägel (Zyanose)
- Häufige Infektionen der Atemwege

Vorteile der Therapie mit Sauerstoff
Die Therapie erhöht den Sauerstoffgehalt im Blut, versorgt Organe und Gewebe besser und reduziert dadurch Beschwerden wie Atemnot und Erschöpfung. Eine kontinuierliche Sauerstoffzufuhr verbessert viele Körperfunktionen:
Energie trotz Lungenkrankheiten
Mit einer stabilen Sauerstoffversorgung fällt es leichter, alltägliche Aufgaben zu bewältigen und körperlich aktiv zu bleiben.
Förderung der Wundheilung
Sauerstoff spielt eine Schlüsselrolle bei der Geweberegeneration und unterstützt Heilungsprozesse – insbesondere bei chronischen Wunden.
Herz und Kreislauf entlasten
Ein Sauerstoffmangel zwingt das Herz, härter zu arbeiten. Die Sauerstofftherapie hilft, den Blutdruck zu stabilisieren und das Herz zu entlasten.
Wie wird die Sauerstofftherapie zu Hause durchgeführt?
Die Sauerstofftherapie kann nach den individuellen Bedürfnissen des Patienten und dem Schweregrad der Lungenerkrankung auf unterschiedliche Weise eingesetzt werden.
Möglichkeiten der Sauerstoffzufuhr
Nasenbrille: Eine der gebräuchlichsten Methoden zur kontinuierlichen Zufuhr von Sauerstoff. Sie ist bequem, ermöglicht Sprechen und Essen, ist aber nur für mittlere Sauerstoffflüsse geeignet.
Gesichtsmaske: Wird bei höherem Sauerstoffbedarf eingesetzt, da sie eine größere Sauerstoffmenge liefern kann. Sie kann jedoch als störend empfunden werden, insbesondere beim Schlafen.
Trachealkanüle: Wird bei Patienten mit Langzeitbeatmung oder nach einem Luftröhrenschnitt eingesetzt. Die Sauerstoffzufuhr erfolgt direkt über die Luftröhre.
Die Dosierung erfolgt entweder durch einen kontinuierlichen Fluss oder durch eine pulsierende Abgabe, die den Sauerstoff nur bei Einatmung freisetzt. Die pulsierende Variante ist besonders effizient, da sie den Sauerstoffverbrauch reduziert und die Akkulaufzeit mobiler Geräte verlängert.

Geräte für die Sauerstofftherapie
Je nach Gesundheitszustand und Mobilitätsanforderungen stehen unterschiedliche Sauerstoffgeräte zur Verfügung:
Sauerstoffflasche
Sauerstoffflaschen enthalten komprimierten medizinischen Sauerstoff und stellen eine zuverlässige Versorgung sicher. Sie müssen regelmäßig nachgefüllt oder ausgetauscht werden.
Sauerstoffkonzentrator
Sauerstoffkonzentratoren filtern Sauerstoff aus der Umgebungsluft, entfernen Stickstoff und liefern konzentrierten Sauerstoff. Sie sind ideal für die langfristige Sauerstofftherapie zuhause, da sie kontinuierlich arbeiten und nicht nachgefüllt werden müssen. Stationäre Modelle werden mit Strom betrieben, tragbare Varianten sind mit Akkus für den flexiblen Einsatz unterwegs ausgestattet.
Tragbarer Sauerstoffkonzentrator
Diese leichten Geräte ermöglichen eine größere Unabhängigkeit und Mobilität trotz Sauerstoffmangel und wurden speziell für aktive Patienten entwickelt. Vor allem auf Reisen sind sie eine beliebte Alternative zu schweren Sauerstoffflaschen.

Das sollten Sie bei der Sauerstofftherapie beachten
Eine erfolgreiche Sauerstofftherapie setzt die richtige Einstellung, eine konsequente Anwendung und eine sorgfältige Wartung der Geräte voraus. Hier sind die wichtigsten Aspekte, die es zu beachten gilt:
Ärztliche Beratung und korrekte Einstellung:
Die benötigte Sauerstoffmenge wird vom Arzt individuell festgelegt und in Litern pro Minute (l/min) angegeben. Eine zu geringe Zufuhr von Sauerstoff kann nicht die gewünschte Wirkung erzielen, während eine Überdosierung zu Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen führen kann. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich genau an die Anweisungen Ihres Arztes halten.
Therapieroutine etablieren:
Um den größtmöglichen Nutzen zu erzielen, sollte die Sauerstofftherapie mindestens 16 Stunden täglich durchgeführt werden, in schweren Fällen rund um die Uhr. Eine regelmäßige Anwendung verbessert die Sauerstoffsättigung im Blut, erhöht die körperliche Belastbarkeit und verringert das Risiko von Folgeerkrankungen.
Hygiene und Wartung beachten:
Sorgfältige Reinigung und Wartung von Sauerstoffgeräten sind wichtig, um Infektionen und Funktionsstörungen zu vermeiden. Reinigen Sie Ihre Nasenbrille oder Maske regelmäßig, um Bakterienwachstum zu vermeiden. Wechseln Sie Schläuche und Filter in den vom Hersteller empfohlenen Intervallen und verwenden Sie für die Befeuchterkammer nur steriles oder (bi-)destilliertes Wasser, um Kalkablagerungen und Keimbildung zu vermeiden.

Lebensstiländerungen zur Unterstützung der Therapie
Neben der Sauerstofftherapie gibt es weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Atemfunktion. Eine gesunde Ernährung unterstützt die Funktion Ihres Körpers. Essen Sie viel frisches Obst, Gemüse und Eiweiß für eine bessere Zellregeneration. Auch viel trinken ist wichtig, um zähen Schleim zu lösen.
Atemphysiotherapie hilft, die Lungen zu trainieren und die Atmung zu verbessern. Leichte Bewegung wie Spazierengehen oder Wassergymnastik fördert die Sauerstoffaufnahme.
Vermeiden Sie Schadstoffe und hören Sie sofort mit dem Rauchen auf – es verschlimmert Atemwegserkrankungen drastisch.
Gibt es Risiken oder Nebenwirkungen?
- Trockenheit der Nasenschleimhäute – lassen sich durch Befeuchtungssysteme vermeiden.
- Kohlendioxid-Retention – kann bei zu hoher Sauerstoffgabe auftreten.
- Erhöhte Brandgefahr – Sauerstoff ist brennbar, daher nicht in der Nähe von offenen Flammen verwenden.
Beratung zur häuslichen Sauerstofftherapie
Mit der richtigen Methode und einem auf Ihre Bedürfnisse abgestimmten Gerät kann die Sauerstofftherapie dazu beitragen, Ihre Lebensqualität erheblich zu verbessern.