Schnarchen, medizinisch auch Rhonchopathie genannt, entsteht durch eine Verengung der oberen Atemwege während des Schlafes. Diese Verengung führt dazu, dass die eingeatmete Luft das weiche Rachengewebe in Schwingungen versetzt – das typische Schnarchgeräusch entsteht.
Anatomische Faktoren
Die oberen Atemwege bestehen aus mehreren Strukturen, die für die Luftzirkulation von entscheidender Bedeutung sind:
- Gaumensegel bzw. weicher Gaumen (Velum palatinum): Das bewegliche Gewebe im hinteren Teil des Gaumens kann im Schlaf erschlaffen und in den Rachen zurücksinken.
- Zäpfchen (Uvula): Kann die Luftströmung zusätzlich beeinträchtigen und Vibrationen verstärken.
- Zunge: In Rückenlage kann die Zunge nach hinten rutschen und den Rachenraum teilweise blockieren.
- Mandeln: Insbesondere bei vergrößerten Mandeln kann der Luftstrom behindert sein.
- Nasenscheidewand (Septum nasi): Eine verkrümmte Nasenscheidewand kann die Nasenatmung erschweren, so dass die Betroffenen vermehrt durch den Mund atmen, was das Schnarchen verstärkt.
Hauptursachen für verengte Atemwege sind ein enger Rachenraum, vergrößerte Mandeln, eine schiefe Nasenscheidewand oder ein zurückliegender Unterkiefer.
Übergewicht
Fettablagerungen im Halsbereich drücken auf die Atemwege, so dass sich diese im Schlaf leichter verengen.
Alkohol und Beruhigungsmittel
Substanzen wie Alkohol oder Schlafmittel entspannen die Muskulatur im Hals- und Rachenraum noch stärker als im normalen Schlafzustand – dadurch steigt das Risiko für Schnarchgeräusche.
Allergien und Erkältungen
Schwellungen oder Schleimbildung in der Nase erschweren die nächtliche Atmung und können dazu führen, dass die Betroffenen vermehrt durch den Mund atmen. Diese Mundatmung führt zu einer verstärkten Vibration des Gaumens und des Zäpfchens.
Diesen Einfluss hat die Schlafposition
Die Liegeposition spielt beim Schnarchen eine entscheidende Rolle: Beim Schlafen auf dem Rücken wirkt die Schwerkraft stärker auf die Zunge und das umliegende Gewebe, wodurch die Atemwege eingeengt werden. In der Seitenlage hingegen bleiben diese meist freier, da die Zunge nicht nach hinten fällt.
Wer regelmäßig in Rückenlage schläft und unter Schnarchen leidet, kann durch gezielte Maßnahmen dafür sorgen, dass er sich nachts weniger auf den Rücken dreht.