Mann hustet
Behandlung, Ursachen und Risikofaktoren von COPD
Thilo Dümeland

Thilo Dümeland

Published

Updated

Reading Time

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine fortschreitende Erkrankung der Atemwege, von der weltweit Millionen von Menschen betroffen sind. Sie führt zu einer fortschreitenden Verengung der Bronchien, Atemnot und eingeschränkter Lungenfunktion. Da COPD nicht heilbar ist, ist es wichtig, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und zu minimieren. Die ganzheitliche Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zielt darauf ab, nicht nur die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern, sondern auch das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern und akute Verschlechterungen (Exazerbationen) zu vermeiden. Dieser umfassende Ansatz hilft Menschen mit COPD, ihre Lungenfunktion bestmöglich zu erhalten, Begleiterkrankungen zu vermeiden und ihre körperliche Aktivität zu steigern. 

Table of Contents

Was ist die COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)?

news hub image

COPD (vom Englischen: chronic obstructive pulmonary disease) umfasst eine Gruppe von Lungenerkrankungen, die durch eine dauerhafte Verengung der Atemwege gekennzeichnet sind. Die häufigsten Formen sind die chronische Bronchitis und das Lungenemphysem. Bei der chronischen Bronchitis kommt es zu einer anhaltenden Entzündung der Bronchien mit vermehrter Schleimproduktion. Beim Lungenemphysem hingegen kommt es zu einem Abbau von Lungengewebe, wodurch die Sauerstoffaufnahme erschwert wird.

Symptome der COPD & Diagnostik

COPD entwickelt sich oft schleichend über Jahre, so dass die Betroffenen die ersten Anzeichen oft nicht sofort ernst nehmen. Typische Symptome der COPD sind:

  • Anhaltender Husten mit Auswurf (Raucherhusten)
  • Atemnot, zunächst bei Belastung, später auch in Ruhe
  • Pfeifende oder rasselnde Atemgeräusche
  • Häufige Atemwegsinfekte
  • Müdigkeit und Leistungsminderung

Die COPD Diagnose erfolgt in der Regel durch einen Funktionstest der Lunge (Spirometrie), bei der die Atemkapazität gemessen wird. Weitere Untersuchungen wie Röntgen oder Computertomographie helfen, andere Lungenerkrankungen auszuschließen.

news hub image

Entstehung der COPD

COPD beginnt meist durch eine langfristige Schädigung der Atemwege. Die häufigste Ursache ist das Einatmen von Schadstoffen, die eine chronische Entzündungsreaktion in den Bronchien auslösen. Dies führt zu einer fortschreitenden Zerstörung des Lungengewebes und zu einer verminderten Aufnahme von Sauerstoff.

Vermeidbare COPD Ursache: Rauchen

Der Haupt-Risikofaktor für COPD ist das Rauchen: Rund 90 Prozent der COPD-Patienten sind Raucher, und etwa 20 Prozent aller Raucher erkranken im Laufe ihres Lebens daran.
Schadstoffe im Zigarettenrauch reizen die Bronchien, fördern Entzündungen und zerstören die feinen Lungenbläschen. Das Risiko steigt mit der Anzahl der täglichen Zigaretten und der Dauer des Rauchens.

Der Rauchstopp ist die wirksamste Maßnahme, um das Fortschreiten der Lungenkrankheit zu verlangsamen. Bereits nach wenigen Wochen verbessert sich die Lungenfunktion und das Risiko für weitere Schäden sinkt.

Unvermeidbare Ursachen der COPD: Asthma & genetische Veranlagung

Menschen mit chronischem Asthma haben ein erhöhtes Risiko, im Laufe ihres Lebens an COPD zu erkranken. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Asthmaerkrankung nicht ausreichend behandelt wird oder starke Entzündungsreaktionen in den Atemwegen bestehen.
Ein weiterer Risikofaktor für COPD ist ein Mangel an Alpha-1-Antitrypsin, einer seltenen genetischen Erkrankung. Dieses Protein schützt das Lungengewebe vor dem Abbau. Fehlt es, kann sich eine COPD bereits in jungen Jahren entwickeln – auch bei Nichtrauchern.

Teilweise vermeidbare Risikofaktoren

Es gibt weitere Ursachen für COPD, die zum Teil vermeidbar sind:

Berufliche Schadstoffbelastung: Menschen, die jahrelang Staub, Chemikalien oder Dämpfen ausgesetzt sind (z. B. Bauarbeiter oder Landwirte), haben ein höheres Risiko, an COPD zu erkranken. Das Tragen von Atemschutzmasken kann helfen, die Belastung zu verringern.

Luftverschmutzung: Feinstaub und Umweltgifte können die Atemwege schädigen und COPD begünstigen. Wer in stark belasteten Gebieten wie Städten lebt, sollte aufpassen.

Passivrauchen: Auch das Einatmen von Tabakrauch aus der Umgebung erhöht das Risiko für COPD. Auch das Rauchen der Mutter während der Schwangerschaft kann später für eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung beim Kind sorgen.

COPD behandeln: Symptome und Stadien

Die Behandlung der COPD orientiert sich nicht ausschließlich nach den Stadien der Erkrankung, sondern vor allem an den individuellen Beschwerden und Einschränkungen der Menschen mit COPD. Während die Einteilung in Stadien (z. B. nach GOLD-Kriterien) eine Orientierung für die Diagnose und Verlaufskontrolle bietet, richtet sich die Therapie nach dem tatsächlichen Schweregrad der COPD Symptomatik, der Belastbarkeit und der Häufigkeit von Exazerbationen. Die Behandlung wird somit individuell an die Atemnot, den Husten und Auswurf angepasst, um die Lebensqualität der Patienten bestmöglich zu erhalten.

Diagnostik: So können Sie die COPD erkennen

Die Früherkennung von COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease) ist entscheidend, um das Voranschreiten der Erkrankung der Lunge zu verlangsamen. Häufige Symptome wie anhaltender Husten, vermehrter Auswurf und Atemnot sollten nicht ignoriert werden. Diese Beschwerden treten häufig im Rahmen einer chronischen Bronchitis auf – einer dauerhaften Entzündung der Bronchien, die zu einer Verengung der Atemwege führt. Die Diagnose erfolgt durch eine Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie), bei der der Grad der Verengung der Atemwege gemessen wird. Zusätzlich können bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Computertomographie eingesetzt werden, um eine andere Lungenkrankheit wie Asthma auszuschließen. Ein ausführliches ärztliches Gespräch und Blutgasanalysen geben weitere Hinweise auf den Sauerstoffgehalt im Blut und den Schweregrad der Erkrankung.

Mit dem Rauchen aufhören: Der Schlüssel zur Behandlung von COPD

Ein wichtiger Schritt in der COPD-Therapie ist der vollständige Rauchstopp. Obwohl dies eine große Herausforderung darstellen kann, helfen vielfältige Angebote wie individuelle Beratung und medikamentöse Unterstützung sowie Kombinationen aus Entwöhnungsprogrammen und Nikotinersatztherapie den Betroffenen auf dem Weg.

news hub image

Mit ganzheitlichen Maßnahmen behandeln

Bei der Behandlung und Rehabilitation der COPD spielen ganzheitliche Maßnahmen eine wichtige Rolle. Sport und Physiotherapie tragen dazu bei, die Atemmuskulatur zu stärken und die Lungenfunktion zu verbessern. Gezielte Atemtechniken, angepasste Inhalationstherapien und Ernährungsberatung helfen, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Disease-Management-Programme (DMP), die von den gesetzlichen Krankenkassen angeboten werden, gewährleisten eine umfassende und strukturierte Unterstützung, um Krankheitsschübe zu vermeiden und den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.

Medikamentöse Therapie der Symptome

Auch Medikamente können eine wichtige Rolle bei der COPD-Therapie spielen. Verschiedene Präparate, darunter inhalative Bronchodilatatoren, Phosphodiesterase-4-Inhibitoren und kortisonhaltige Medikamente, zielen darauf ab, die Symptome, Entzündungen im Lungengewebe und Beschwerden zu lindern. In fortgeschrittenen Fällen können zusätzlich Antibiotika oder eine Therapie mit Sauerstoff erforderlich sein.

Sauerstofftherapie als ergänzende Behandlung

Ist die Sauerstoffsättigung im Blut dauerhaft zu niedrig, kann eine Sauerstofftherapie helfen, den Sauerstoffgehalt zu stabilisieren und Symptome wie Atemnot und Müdigkeit zu lindern. Die kontinuierliche Sauerstoffzufuhr verbessert nicht nur die körperliche Belastbarkeit, sondern schützt auch das Herz-Kreislauf-System vor weiteren Schäden.

Jetzt Sauerstoffgeräte entdecken

Chirurgische Verfahren können bei schwerer COPD helfen

Bei schwerer COPD können chirurgische Eingriffe wie eine Lungenvolumenreduktion oder die Entfernung von Luftbläschen (Bullektomie) in Erwägung gezogen werden, um die Atmung zu erleichtern. Diese Verfahren sind insbesondere bei Patienten mit einem fortgeschrittenen Lungenemphysem sinnvoll, da sie die überblähte Lunge entlasten und die Sauerstoffaufnahme verbessern. Für ausgewählte Patienten kommt unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Lungentransplantation in Frage.

COPD vorbeugen und Risikofaktoren vermeiden

Obwohl COPD nicht heilbar ist, gibt es Möglichkeiten, das Erkrankungsrisiko der Lunge zu minimieren. Neben dem Rauchstopp sind der Schutz vor Luftverschmutzung, die Vermeidung von Schadstoffen am Arbeitsplatz und regelmäßige Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken wichtige vorbeugende Maßnahmen. Auch eine gesunde Ernährung, häufige körperliche Aktivität und die rechtzeitige Behandlung von Infektionen der Atemwege tragen dazu bei, das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern oder zu verlangsamen.

Leben mit COPD: So können Sie die Lebensqualität verbessern

Ein aktiver Lebensstil mit angepasster Bewegung und Atemübungen hilft den Betroffenen, die Funktion ihrer Lunge zu optimieren und ihre körperliche Belastbarkeit zu steigern. Unterstützende Maßnahmen wie der Einsatz von Atemtrainern zur Kräftigung der Atemmuskulatur, die richtige Anwendung von Inhalationstechniken und die Teilnahme an Lungensportgruppen können helfen, die Symptome besser in den Griff zu bekommen. Auch eine angepasste Wohnraumgestaltung, z.B. mit Luftbefeuchtern oder Luftfiltern, kann die Atemluftqualität verbessern und Beschwerden lindern.

Atemtrainer bestellen

Mehr Mobilität trotz Erkrankung

Viele COPD-Patienten profitieren von tragbaren Sauerstoffgeräten, die ihnen trotz ihrer chronischen Atemwegserkrankung mehr Unabhängigkeit ermöglichen. Ob im Alltag oder auf Reisen – mobile Sauerstoffkonzentratoren bieten eine sichere und flexible Sauerstoffversorgung.

Sauerstoffgeräte entdecken

Tragbare Konzentratoren

Atemtrainer kaufen

Beratung & mehr zu COPD

Die Prävention von COPD erfordert eine ganzheitliche Herangehensweise, die individuelle Risikofaktoren minimiert. Durch bewusste Entscheidungen – insbesondere den Rauchstopp – kann das Risiko der Erkrankung Ihrer Lunge erheblich gesenkt werden.

Quellen

https://www.meinkrankenhaus2030.de/medizin/copd

https://www.rki.de/DE/Content/GesundAZ/C/COPD/Chronisch_Obstruktive_Lungenerkrankung_inhalt.html

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). (2022). Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Abgerufen von https://www.gesundheitsinformation.de/chronisch-obstruktive-lungenerkrankung-copd.html

Gabriel, A. (2018, May 8). Was tun bei COPD? PHYSIOZENTRUM https://www.physiozentrum.ch/2018/05/was-tun-bei-copd/

COPD Deutschland e.V. (2024). COPD: Auch kleine Bewegungseinheiten können helfen. Abgerufen am 31. Mai 2024, von https://www.copd-deutschland.de/aktuelles/93-studien

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. (2021, November 12). Welt-COPD-Tag 2021: Rauchen ist die Hauptursache für COPD. https://www.bzga.de/presse/pressearchiv/pressemitteilungen-2021/2021-11-12-welt-copd-tag-2021-rauchen-ist-die-hauptursache-fuer-copd/